Learning Community zu den vier Gründungsmodellen
Input erhalten, diskutieren und Take-Aways erarbeiten

Wie jeden Sommer waren auch dieses Jahr alle Vertreter der Mitgliederverbände des Vereins Kirchengründung Schweiz zur Mitgliederversammlung eingeladen. Neben allen Budget-betreGenden Tagesordnungspunkten wurde der angekündigte Wechsel im Vorstand vorgenommen: Johannes Tobler vom G-Movement wurde verabschiedet, da er diesen Sommer im Wallis selbst eine Gemeindegründung gestartet hat. Für sein Engagement im Vorstand, insbesondere in der Organisation der Learning Communities, sind wir sehr dankbar und wünschen ihm und seiner Familie für den Neustart Gottes Segen. In den Vorstand gewählt wurde neu Mathias Marmet, Pastor der Pfimi in Davos – über seine Bereitschaft freuen wir uns sehr und danken dem Verband SPM für die Bereitstellung.
Am Nachmittag trafen sich alle Interessierten aus mehreren Freikirchen-Verbänden zur Learning Community, an der gemeinsam verschiedene Gründungsmodelle beleuchtet wurden. Neben der allgemeinen Übersicht über die vier Modelle, die Aaron Stutz einführend mit dem Aufzeigen der Vor- und Nachteile gegeben hat, konnten sich alle Teilnehmer/innen mit einem Modell genauer beschäftigen: Input erhalten, diskutieren und Take-Aways erarbeiten.
Joel Spirgi gab Einblick in Erfahrungen mit dem Mutter-Tochter-Gründungsmodell innerhalb des ICFs, das dort in verschiedenen Unter-Modellen umgesetzt wird. Nach der anschliessenden Frage- und Diskussionsrunde wurden einige Take-Aways hervorgehoben: Alles stehe und falle mit der Leiterschaft. Eine Tochter-Gründung biete Raum für innovative, apostolische Unternehmer/innen. Somit könnten neue Standorte das Spaltungsrisiko mindern, da sie «Spielfelder» für starke Leiter/innen bieten.
Rund um das Modell Kirche in Kirche gab es einen angeregten Austausch, da dieses Modell viele Fragen aufwarf. Abschliessend wurden folgende Entdeckungen gemacht: Man könnte dieses Modell mit einem Geneartionenwechsel innerhalb eines Bauernhofs vergleichen. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass für die Umsetzung dieses Modells ein Leidensdruck vorhanden sein muss und im Blick bleiben muss, dass auch die bereits bestehende Kirche nicht entmündigt, sondern gewürdigt wird. Eventuell sei dieses Modell oft eine vorläufige Lösung.
Mit Matthias Roggli wurde das Modell der Wiedergründung beleuchtet. Dort wurde festgehalten, dass zunächst einmal die Antwort auf die Frage, wann eine Kirche tot ist, definiert werden müsse. Die Wiedergründung müsse dann einen neuen Auftrag und einen neuen Fokus haben. Und doch muss es einem Leiter oder einer Leiterin in einem solchen Prozess gelingen, eine Brücke zwischen Alt und Neu zu bauen.
Im Workshop zur Neugründung «auf einem weissen Blatt» gab Remo Maurer Erfahrungen aus seiner Gemeindegründungspraxis weiter. Während der Diskussion wurde den Teilnehmern wichtig, dass die Kirche nicht gebaut werden soll, indem man Menschen (be)nutzt, sondern dass durch das Bauen der Kirche Menschen aufgebaut werden und reifen können. Es müsse eine Fehlerkultur herrschen, auch auf Verbandsebene. Wichtig sei, dass man vom Kleinen zum Grossen denke, God Stories erzähle und der Gründer in erster Linie verantwortlich für sein Team sei.
Nach dem gemeinsamen Znacht nahmen sich alle gemeinsam Zeit fürs Gebet: auf einer grossen am Boden ausgelegten Karte der Schweiz beteten alle gemeinsam für verschiedene Regionen und Orte, für neue Gemeinden und bestehende Projekte – und standen für die Schweiz ein.
Autorin

Corinna Bertuzzi
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